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Geschichte



Im Jahr 1777 wurde auf nachdrücklichen Wunsch der Bevölkerung in Vogt eine Kaplaneistelle errichtet. Diese Entscheidung hatte große Bedeutung für die Entwicklung der Ortschaft. Bereits ein Jahr später begann der Bauer Josef Diem in dem Haus gleich oberhalb des jetzigen Gasthauses (Mozartstraße 10) eine Schankwirtschaft zu führen. Diem hatte erkannt, daß von einer Kirche auch ein Gasthof profitieren kann, zumal bei einer so zerstreuten Gemeinde wie der Vogter. Der Kirchgang bot die Gelegenheit sich zu treffen, Neuigkeiten auszutauschen und Geschäfte anzubahnen und so war der Kirchgang fortan stets mit dem anschließenden Besuch des Wirtshauses verbunden.


Der Gasthof florierte: 1801 bestimmen die Vorsteher des Amtes Boschen, die bislang im Haus des Amanns getagt hatten, das Diemsche Wirtshaus zu ihrem Tagungslokal. Diem begann, auch Speisen und Übernachtungsmöglichkeiten anzubieten, bewirtete große Gesellschaften bei Kindstaufen oder Totenmählern und hatte sogar Tanzveranstaltungen im Programm. Damit verstieß er allerdings gegen das Gesetz, denn seine Konzession deckte lediglich den Bier- und Branntweinausschank ab. Und er hatte einen Konkurrenten; Franz Josef Kehle, der dieses den Behörden anzeigte. Franz Kehles Alt-Amann des Amtes Boschen, führte in Blöden, fünf Minuten von Vogt entfernt, eine voll konzessionierte Schild-
wirtschaft. Kehle sah durch die Vogter Konkurrenz die Existenz seines eigenen Hauses gefährdet und zeigte Diem beim Oberamt, das für die Aufsicht zuständig war, an. Das Ganze mündete in einem Rechtsstreit, in dessen Verlauf Diem auch beschuldigt wurde, seine Gäste während der Gottesdienstzeiten und in der Nacht zu bewirten. Er soll “mit bösem Beispiel im Trinken” vorangegangen sein.


Der Streit zog sich durch mehrere Instanzen bis zur kaiserlichen Hofkanzlei in Wien hin. Schließlich wurde Josef Diem im Jahre 1805 das Betreiben eines Ausschanks untersagt. Allerdings war das Leben,

in diesem Fall der Tod, schneller als die Bürokratie. Franz Josef Kehle starb im Jahr 1804, ein Jahr vor Ende des Rechtsstreits. Nachdem Diem von seiner Prozeßniederlage erfahren hatte, verständigte er sich mit der Witwe Kehle darauf, ihr die Wirtshauskonzession für 960 Gulden abzukaufen, eine gewaltige Summe für die damalige Zeit. Von da an wurde der Adler legal bewirtschaftet. Nach Josef Diems Tod 1810 führte sein Sohn, danach sein Enkel, das Anwesen weiter. 1854 taucht zum ersten Mal der Wirtshausname "Zum Goldenen Adler" in den Quellen auf.


Es ist jedoch anzunehmen, daß diese Bezeichnung schon unter Josef Diem gebraucht wurde, also vor 1806, dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Zu dieser Zeit etwa fiel die Vogter sGegend an das neue Königreich Württemberg und der Adler, der das Wappentier sowohl à?sterreichs als auch des Reiches gewesen war, spielte zunächst keine Rolle mehr. 1863 gelangte der “Goldene Adler” durch Heirat an Josef Anton Schattmaier. Noch befand sich das Wirtshaus in dem Gebäude oberhalb des heutigen Adlers. Aber ein Jahr später, 1864, zog der Adlerwirt in das Gebäude um, in dem das Gasthaus sich auch noch heute befindet. Bis 1864 war dieses Gebäude im Besitz von Baptist Dingler jun., einem Krämer und Bäcker.


Am 15. Januar 1864 schlossen er und der Adlerwirt Josef Anton Schattmaier einen ungewöhnlichen Tauschvertrag über ihre gesamten Hofgüter. Der Umzug beider Familien erfolgte innerhalb weniger Wochen. Schattmaier richtete sich in dem schönen Fachwerkhaus mit dem durch die Jahreszahl 1800 geschmückten Giebel ein, ließ aber die hinteren Gebäudeteile neu bauen und richtete dort einen Gaststall und einen Abort ein. Später kam noch eine Kegelbahn auf der anderen Straßenseite hinzu. Durch Erbschaft, Einheirat und Verkauf wechselten die Besitzer stetig und meist wenig spektakulär einander ab.

Seit 1998 sorgt das jetzige Wirtsehepaar, Andreas und Nicole Humburg, für neue Gastlichkeit im Adler.
Seit 2012 bietet der Landgasthof zum Adler als zertifiziertes Bio-Restaurant nur ausgesuchte Bio-Lebensmittel an.